Die Hochzeitsfibel

Die „Hochzeitsfibel Steiermark“ unterstützt Sie, liebes Brautpaar, sowie auch Ihre Angehörigen und Freunde bei der Hochzeitsplanung.

Hier finden Sie Informationen von „A“ wie Aufgebot bis „Z“ wie Zeremonie.
Wir wünschen Ihnen ein unvergessliches schönes Hochzeitsfest sowie Glück und Gesundheit für einen langen und segensreichen gemeinsamen Lebensweg!
Die Verteilung der „Hochzeitsfibel Steiermark“ erfolgt über unsere Inserenten sowie über die Standesämter in der Steiermark. Sie können die „Hochzeitsfibel Steiermark“ jedoch auch ONLINE über unseren Verlag bestellen.

Hochzeitspaare erhalten die Publikation im Zuge des Aufgebotes bei Ihrem zuständigen Standesamt oder bei unseren Hochzeitsmessen (jeweils im Februar und im November) kostenlos!


172 Seiten, Paperback
Format 16 x 23 cm
ISBN 978-3-903102-08-8
Preis: Euro 12,80

Online bestellen unter www.medienverlag.at

Ein kleiner Auszug aus der Hochzeitsfibel

Für jede Braut das
richtige Brautkleid

Brautsalon Erni – Ernestine Derler

Für die klassische Braut

… gibt es immer noch das Kleid in der bewährten A-Linie, die durch den so genannten „Prinzessschnitt“ eine sehr schmeichelnde Form des Brautkleides darstellt. Diese Modelle gibt es nicht nur mit Spitze, sowie mit Perlen und Pailletten bestickt sondern auch mit färbigen Stickereien, wie etwa silberfärbigen Bordüren und Ornamenten. Die Farbpalette reicht vom strahlenden Weiß bis hin zu verschiedenen Creme-Tönen – ganz auf die Trägerin des Kleides abgestimmt. Bei den verwendeten Materialien handelt es sich meist um edle Satin Stoffe oder leichte Krepp- und Georgette-Arten. Unter dem Kleid wird ein kleiner Reifrock getragen, der diesem erst den richtigen Hochzeitstouch verleiht.

Für die extravagante Braut

… gibt es neu auf dem Markt den so genannten Godet- oder Meerjungfrauen-Stil. Hier verlaufen die Röcke eng bis auf Kniehöhe und sind ab hier glockig geschnitten. Typisch ist meist eine leicht angeschnittene Schleppe, wodurch diese Stilrichtung noch unterstrichen wird. Diese Art des Brautkleides steht großen, schlanken Damen besonders gut, da es die weibliche Körperform betont. Die Modelle erhalten sie sowohl als Kleid aber auch als Zweiteiler. Verfügbar sind diese Kleider in den Farben Weiß und unterschiedlichen Creme-Tönen von Champagne bis zu dunklem Karamell. Besondere Akzente setzen Stickereien an den Oberteilen. Entweder Ton in Ton oder in anderen Farben wie zum Beispiel Pastelltöne und zarte gold- wie auch silberfärbige Stickereien. Auch aufwendige Perlen- und Pailletten-Stickereien sind zu finden.

Die romantische Braut

… findet eine riesengroße Auswahl an Brautkleidern in verschiedensten Farben und Formen. Die Romantik hat in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug angetreten. Die Auswahl wird ständig größer und die Modelle immer variantenreicher. Es gibt sowohl den Empirestil, der besonders feminin wirkt, als auch das prinzessinnenhafte Brautkleid im Sissistil. Zweiteres wirkt besonders verspielt durch seine geschnürrten Oberteile und weiten Röcke, unter denen man zusätzlich Reifröcke trägt. Weiters werden wieder sehr gerne Spitzen verwendet. Neu an den Kleidern sind die umfangreichen Raffungen und Drapierungen, welche noch zusätzlich durch das Anbringen von Seidenblüten oder auch Schmetterlingen betont werden.

Brauchtum und Tradition

Antrag
Üblicherweise macht der Mann den Antrag. Emanzipiert wie unsere Gesellschaft inzwischen ist, kommt es jedoch immer öfter vor, dass Frauen ihrem Zukünftigen diese Aufgabe abnehmen.
Nach einer Tradition, die einige hundert Jahre zurückliegt, haben Frauen alle vier Jahre am 29. Februar die Möglichkeit die Initiative zum Antrag zu ergreifen. Dies beruht darauf, dass einst dieses Datum als „rechtlich ungültig“ angesehen wurde, und deshalb alle Regeln auf den Kopf gestellt werden durften. Nach dieser Tradition gibt es die nächste Gelegenheit für einen „Frauenantrag“ am 29. Februar 2020!

Verlobung
Mit der offiziellen Bekanntgabe der geplanten Hochzeit – die üblicherweise innerhalb eines Jahres erfolgt – gilt ein Paar als verlobt. Die Verlobung wird oft im Kreise der Familien beider Brautleute gefeiert.

Polterabend oder Junggesellenabschied
Ursprünglich – wie am Wort Junggesellenabschied zu erkennen – wurde diese Tradition vornehmlich vom Bräutigam und seinen Freunden hoch gehalten. Zu einem Termin einige Wochen vor der Hochzeit wird ausgiebig der Abschied vom Junggesellenleben gefeiert. Mittlerweile ist es durchaus üblich, dass es auch die Braut mit ihren Freundinnen so zu sagen „zum letzten Mal“ ordentlich krachen lässt. Diverse „Gemeinheiten“ die den Brautleuten bei diesem Fest angetan werden sind örtlich und regional stark unterschiedlich.

Ehe und Recht

Notariatskammer für Steiermark, www.notar.at

Eine Eheschließung verändert in der Regel den gelebten partnerschaftlichen Alltag nicht so sehr, ordnet aber die rechtlichen Beziehungen zwischen den Partnern völlig neu. Beginnend bei wechselseitigen Beistands-, Treue- und Unterhaltspflichten bis hin zu erbrechtlichen Ansprüchen im Falle des Ablebens eines Eheteils hat der Gesetzgeber das Rechtsverhältnis Verheirateter detailliert geregelt. Demgegenüber sind konkrete Regelungen für die Lebensgemeinschaft kaum vorhanden. Im Beratungsalltag der Notarin oder des Notars sind regelmäßig Fragen in Bezug auf Eheverträge, „Ehepakte“ und Partnerschaftsverträge zu beantworten: Ab wann/welchem Vermögen ist der Abschluss einer solchen Vereinbarung möglich und sinnvoll? Was kann in einem solchen Vertrag alles geregelt werden? Ist das Gericht bei einem eventuellen Scheidungsverfahren an das vertraglich Vereinbarte gebunden?
Standardisierte Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Jeder „Fall“ hat seine Besonderheiten und es ist allen (künftigen) Eheleuten und Partnern zu empfehlen, idealerweise vor der Eheschließung, über diese Fragen zu diskutieren und individuellen Rat bei ihrer Notarin oder ihrem Notar einzuholen. Diese sind von Berufs wegen verpflichtet, bei der Beratung die Interessen aller Beteiligten abzuwägen und zu berücksichtigen. Die Notarin, der Notar ist daher vor, während und – wenn es denn so kommen sollte – auch am Ende der Ehe der neutrale Experte für einen rechtlich einwandfreien Interessensausgleich der Partner.

Darum prüfe, wer sich ewig bindet…

Denn die Statistik spricht leider für sich, wonach der Bund für’s Leben im Schnitt nicht länger als zehn Jahre hält. Im Ehevertrag können – mit gewissen Einschränkungen – Regelungen getroffen werden, die die Scheidungsprozedur deutlich verkürzen und vor allem Nerven, Zeit und Geld sparen.

Von Vorteil ist insbesondere, dass diese Vereinbarungen zu einem Zeitpunkt getroffen werden, zu dem die Partner noch von einer Trennungsursache unbeeinflusst und emotionsfrei entscheiden können.

Die Erbfolge – Gesetz, Testament, Erbvertrag

Während Lebensgefährten im Falle des Ablebens des Partners ohne gesonderte letztwillige Vorsorge (etwa durch Testament) rechtlich nicht abgesichert sind, schützt das Gesetz den überlebenden Ehegatten sehr wohl. Nach der gesetzlichen Erbfolge erben zunächst Ehegatten neben Nachkommen (Kinder und deren Nachkommen) des Verstorbenen ein Drittel des nachlasszugehörigen Vermögens, während auf die Nachkommen eine Erbquote von zwei Dritteln entfällt. Gibt es keine Nachkommen des Verstorbenen, erben neben einem Ehegatten (zwei Drittel) auch die Eltern (ein Drittel) und deren Nachkommen (Geschwister) bzw. allenfalls auch noch die Großeltern. Nur wenn es neben dem Ehegatten keine solchen nahen Verwandten gibt, erbt der Ehegatte alles.

Die gesetzliche Erbfolge entspricht aber selten ...

… dem Willen des Verstorbenen, weshalb vielfach letztwillige Anordnungen getroffen werden. Ein Testament ändert die gesetzlich angeordnete Erbfolge. Dabei wird nach dem tatsächlichen Willen des Verstorbenen nicht nur genau bestimmt wer erben soll, es kann auch die Vermögensaufteilung angeordnet werden. Klare Anweisungen des Erblassers erleichtern diese. Das gesetzliche Pflichtteilsrecht für Ehegatten und Nachkommen (mangels Nachkommen auch für Eltern), wonach diese Angehörigen Anspruch auf einen gewissen Anteil am Vermögen des Verstorbenen haben, setzt dem letzten Willen aber Schranken.

Mittels eines Erbvertrages, der nur von Ehegatten, ...

… von Brautleuten unter der Bedingung der nachfolgenden Heirat sowie von eingetragenen Partnern abgeschlossen werden kann, wird entweder der Ehegatte zum Erben eingesetzt oder es setzen beide einander zu Erben ein. Im Unterschied zu einem Testament folgt aus dem Vertragscharakter des Erbvertrages, dass eine einseitige nachträgliche Abänderung unzulässig ist. Mit einem Erbvertrag kann man zudem nur über drei Viertel seines Vermögens verfügen. Hinsichtlich des „freien“ Viertels müsste man zudem mittels Testament Vorsorge treffen.

Unabhängig von der Erbfolge hat der Ehegatte

im Rahmen des „gesetzlichen Vorausvermächtnisses“ Anspruch auf Verbleib in der Ehewohnung und den Hausrat.

Allgemein ist zu beachten, dass bei der Errichtung letztwilliger Anordnungen strenge formale Kriterien einzuhalten sind. Eigen- und fremdhändige Testamente unterliegen ganz bestimmten Gültigkeitsvoraussetzungen. Der Erbvertrag als Ehepakt bedarf überhaupt der Notariatsaktsform.